zwei rechts, zwei links 8. Dezember 2008
Posted by echtzeitmaerchen in Tagebuch, gedacht, gelebt.Tags: Advent, analog, Erinnerung, Fadenspiel, Freunde, Freundeskreis, Freundschaft, gebastelt, Kerzen, lästern, Leute, Notizbücher, Papiertagebuch, Stricken, Tagebuch, tasten, Tatort, wegschmeißen, Wollpulli
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Ich sollte Fotos machen. Das gehört sich so für ein Strick-Blog, oder? Same procedure as last year: Ich hatte Gäste, und sie haben meinen Strickkorb gesehen. Den ich seit Beendigung meines Pullis im März fest verschnürt habe.
Letztes Jahr (alter Freundeskreis) führte das dazu, daß ich Pulswärmer und Beinstulpen für den besagten alten Freundeskreis gestrickt habe. Inklusive Bestellungen. Teils mit ungefragt: Hier ich habe dir schon mal die Wolle besorgt.
Dieses Jahr (andere Leute, mit denen ich sehr vorsichtig war weil der alte Freundeskreis ja von heute auf morgen verschwand und nie mehr auf mails oder Anrufe antwortete als es mir im März so schlecht ging weil ich nicht nach Hause konnte, und inwwischen nur noch ein bißchen vorsichtig bin, weil es sich so ganz anders anfühlt und mir irgendwie immer guttut), heckten wir einen Strickkurs aus, ein paar Leute, Obst, Plätzchen, bei mir, ich dachte, es ginge vor allem um den sozialen Event, aber inzwischen gab es schon drei Treffen, A setzte sich sogar zu mir in eine Vorlesung die sie gar nicht im Stundenplan hat, damit ich ihr nebenbei Zöpfe beibringe, ich bin begeistert was die Mädels auf die Beine stellen nur mit ein paar Nadeln, und es ist alles sehr lustig. Und hat mir tolles Obst aus Großelterngärten eingebracht, die ich mit meinem Nikolausgeschenk, einem Apfelteiler, bearbeite.
Jetzt habe ich, grellorangene Mütze und Monsterhandschuhe aus derselben Wolle später, jedes einzelne Teil hundert Gramm schwer und mit Nadelstärke 10 (die Daumen sind so dick wie ein durchschnittliches Hühnerei vor dem Hormonbombardement auf Legebatterien aus deren Abeschaffung Seehofer ja ausgestiegen ist), habe ich meinen Strickkkorb wieder verschnürt und weggepackt.
Den Korbsessel, der bequem, aber riesig und auch schon ererbt war als ich ihn mit 14 bekam, habe ich weggeschmissen, zu oft bin ich an den gebrochenen Rahmenteilen hängen geblieben. Und es verbindet sich neben vielen echtzeitmaerchen-typischen Erinnerungen wie in Notizbücher schreiben, lesen, Radio hören, Musik hören, stricken, auch eine schlimme Erinnerung damit. Ich weiß nicht, ob diese schlimme Erinnerung (es ist da passiert, No zwei) die anderen aufwiegt. Aber es haben mir viele dazu geraten, ihn wegzuschmeißen. ich war etwas labil und leicht beeinflußbar in den letzten Wochen und mir nicht sicher, ob das die richtige Entscheidung war, aber jetzt genieße ich, daß das Zimmer so anders aussieht, und daß ich einen anderen Schwerpunkt setzen konnte: Auf der Trittleiter stehen vier Kerzen und daneben liegt eine Adventsanregung.
Gestern war wieder ein Sonntag nach Ritual, Messe mit A, dann Tatort im Tatortcafé, dann Sushi-Happyour, und dann habe ich A noch mit nach Hause genommen, und wir haben ewig gequatscht und sogar gelästert. Das habe ich schon ewig nicht mehr gemacht. Will sagen, etwas nicht nur nettes gesagt statt es für mich zu behalten. Mit A geht das. Mit M nicht. Glaube ich. M macht das nur, wenn sie wirklich Probleme mit jemanden hat. Nicht nur bei einem komischen Gefühl. Sie ist es auch, die N angeschleppt hat. Über die ich mit A geredet habe. Das ist alles vermutlich verwirrend, aber auch nicht wirklich vertiefbar, darum geht es auch gar nicht. Es ist nur ein vorsichtiges Rantasten, mich wieder auf einen Freundeskreis einzulassen, ich gucke wie die Leute reagieren und wie sich das anfühlt, und das ist gut (außer mit erwähnter N).
Freunde … ist das Thema dieses Herbstes/Winters, aber nicht das ganze Thema. Vertrauen trifft es mehr. Aber es geht auch um Sehnsucht.
Und da hadere ich noch.
Vielleicht geht es auch darum, das Vertrauen in die eigene Intuition zurück zu gewinnen?
Und viele Freundschaften sind nur kurze Wegstücke, die man miteinander geht. Das kenn ich von mir auch. Das macht das Ganze nicht automatisch schlecht. Nur das Auseinandergehen. Das muss man manchmal üben. Oder die Erinnerung daran verarbeiten, damit man wieder sehen kann, warum es wichtig war, dass man gerade dieses Wegstück mit diesem Menschen gegangen ist.
Hm, verstehst du, was ich meine?
Ich sende dir viele liebe Grüße aus Köln, meine Liebe
Und hey: Bald kommt meine erste Wolle und ich bin sehr gespannt, ob in mir ein Stricktalent schlummert *gg*
ich wünsch dir gesegnete weihnachtsfeiertage.