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Wollte mich nur kurz verabschieden. 2. Juli 2009

Posted by echtzeitmaerchen in gelebt.
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Fahre nach Thüringen. Mit dem Mottorrad. Vielleicht im Regen, vielleicht auch so. Zum Folkfestival Rudolstadt. Höre ein Politisches Feuilleton über politische Korrektness. Sitze hier in diesem Zimmer in dem ich mich vor der Welt verstecke, mit dem Fenster zu Sommerhitze und gewitterndem Regel, hellen, graublauem Himmel mit vorüberziehenden Wolken, jetzt dunkel, trinke noch einen Ayran. In der letzten Woche war ich viel unterwegs und viel war in meinem Kopf, Film, Buch, Musik. So viel zu schreiben. Notizen dazu in meinem Notizbuch. Ich habe meine alten Artikel hier gelesen vor ein paar Tagen und mit Tags versehen. Und dabei gemerkt, wie wenig monothematisch meine Posts sind. Allen voran der vom Jahreswechsel 07/08. So lang, daß ihn vermutlich niemand vollständig gelesen hat. So viele Themen. Vor allem im letzten Teil aber gerade Gedanken, die mir wichtig sind.

Wer liest das alles – eine Frage, die ich mir kaum gestellt habe, als ich nur alle paar Wochen mal im Internet war. Artikel mit Tags zu versehen geht aber davon aus: Artikel findbar zu machen. Und dabei immer die Frage: Interessiert die Leute das überhaupt, worauf sie hier stoßen? Ich habe bei myblog angefangen zu bloggen. Da gibt es viele Tagebücher in denen das Blogsujet das eigene Leben ist. Ich habe immer Tagebuch geführt, es sind über dreißig inzwischen, glaube ich, hier in München habe ich nur die seit 2003, das sind mehr als zehn. Ich schreibe Tagebuch, weil ich denke, wenn ich schreibe. Wenn ich so denke, denke ich nur in Gefühlen und Bildern, aber wenn ich Worte benutze, verstehe ich, was mich bewegt. Das ist die eine Sache, die andere Leute beim Lesen von Blogs interessiert, die mich beim Lesen von Blogs interessiert, wie andere ihr Leben verstehen und durchdenken. Dann kommt aber auch das Erzählen hinzu. Ich mag es, wenn Worte, nur weil sie so zusammenstehen wie sie es tun, etwas eigenes bilden. Das hoffe ich auch für meine Einträge, auch wenn ich sie nicht in der Blickrichtung schreibe. Zugleich habe ich aber auch immer wieder Bücher, Filme, Musik, über die ich schreibe. Die habe ich vertagt. Das lässt sich so viel eindeutiger verschlagworten als „Gedanken“, „Tagebuch“, „Nachdenken“, „Leben“, „Bilanz“. Ist aber auch nur selten abgetrennt von ebenjenem. Das ist die Gefankenvorleistung eines Blgs, das über Themen schreiben will: Es trennt, sortiert, das habe ich nicht getan. Diese ellenlangen Einträge sind Tagebuch. Momentaufnahmen von mir oder dem was ich in in Worte fassen will, nicht von Dingen. Wo ich das so schreibe, finde ich es gar nicht mehr so schlimm wie beim vertaggen meines Blogs.

Ich fahre jetzt erstmal nach Rudolstadt und denke weiter darüber nach. In meinem Notizbuch befinden sich die Notizen allerdings bereits nach Schlagworten sortiert. Life follows blogging? Da sei das Leben davor.

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