Auf solche 6. Oktober 2009
Posted by echtzeitmaerchen in Berlin, Tagebuch, gedacht, gehört, gelebt, gelesen, gereist, geschrieben.Tags: analog, Berlin, Busfahren, Fotografieren, Fotos, Freunde, Gespräch, kai aus der kiste, spröde, the shins, ungeschminkt, unzusammenfassbar, Wahlkampf
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Tage warte ich immer. Oder nicht? Jedenfalls kommt es mir an solchen Tagen so vor. Oder nur heute.
Das wichtigste in Kürze? Die verlorene Bundestagswahl, vier Jahre Schwarzgelb, mehr als nur ein Spiel verloren beim Wahlkampf: Das ist Realität. Die FDP hat bereits angekündigt, daß Sparpotenzial beispielsweise im Entwicklungshilfeetatbesteht. Am Wochenende das Seminar zu Entwicklungspolitik und immer wieder au die Frage, welche Rolle Deutschland spielen kann: Seit letzen Woche keine mehr, sagte der Referent von Ärzte ohne Grenzen, von terre des hommes, sagten die referierenden Professoren. Weiter Atomstrom, keine Verbesserungen für Asybewerber und Flüchtlinge, keine Politik für die Boatpeople, die massenhaft im Mittelmeer ertrinken und deren Knochen, Schuhe, Kleidung in den Fischernetzen hängen.
Seminar füllte das Wochenende, viele Fakten, wenig Didaktik, Begegnungen mit Männern, die mich schon länger verwirren, N und F, die beide überhaupt nicht am Seminar teilnahmen, die auch nicht da hingehörten, aber auftauchten und verschwanden. Ununterbrochen Worte, Vorträge, Diskussionen – ist das industrielle Zeitalter schon vorbei oder nicht? Ein Gespräch über Afganistan mit einer Linken und einem neoliberalen Grünen.
Worte, Aggressionen, Argumente, Kurzangebundetheit, und ich mittendrin, wenig Schlaf, viele Gedanken zu anderen Themen.
Heute durch Berlin gelaufen und wieder gewusst warum ich hier glücklich bin: Weil ich hier nicht glücklich sein muß, weil ich hier so sein kann, was ich bin, etwas anderes ist gar nicht erfoderlich. Das Kind einer Freundin angeguckt, den Tag mit ihr und ihren beiden Männern verbracht, ein bißchen über Menschen geredet und ein bißchen über Bücher, dazwischen viel über Körper, dann P getroffen wie fast jede nTag wenn ich hier bin und wieder eines dieser ehrlichen Gespräche gefühlt in denen alles andere egal wird, im Bus nach Hause Shins gehört und überhaupt, es ist langsam wieder zu Hause. Ich halte das aus.
Zum ersten Mal dieses Jahr ungeschminkt ohne mich verkleidet dabei zu fühlen. Und durch die Scheibe eines Cafés J gesehen mit der ich in meiner ersten Studienstadt befreundet war, an die Scheibe geklopft, mich für morgen um fünf mit ihr verabredet. Fotos gemacht mit meiner analogen Kamera mit der keiner rechnet. Und Kai aus der Kiste gelesen. Hat auch mit P zu tun. Über Kameras gäbe es noch mehr zu schreiben und über den Berliner Hauptbahnhof. Aber es ist drei und ich werde schlafen denn morgen gibt es wieder Frühstück mit P nach seiner Gerichtsverhandlung, Neue Nationalgalerie mit K, Treffen mit J und danach vielleicht mit C. Klingt abgekürzt? Ist aber so herrlich unzusammenfassbar und spröde.
hauptsache dir geht es gut dabei!
Ja, doch, glaube ich schon. Vielen Dank dafür! Welche a bist Du, Anne, Anne, Annika, … ?
anne – aber davon gibt es so viele, hm?
Nein, ich denke, ich weiß schon, wer Du bist! Vielen Dank! Und ich beneide Dich um Deine neue Studienstadt … eine Freundin von mir ist da auch gerade hingezogen. Wie geht es Dir dabei?
gut, es geht mir wirklich gut dort. die stadt ist toll, die leute nett und das studium scheint auch gut zu werden.
ich hab mich mit dem nachtschwärmer getroffen. er lebt auch in der stadt.
der katzenwolf kann von mir aus zum teufel gehen.
hast du dein kleid aus dem sommer eigentlich genügend getragen?