Aktualisierung 27. März 2009
Posted by echtzeitmaerchen in Tagebuch, gelebt, gelesen, geschrieben, gesehen, geträumt.Tags: Alpträume, analog, Bibliothek, Brille, Chaos, Deutschlandradio, Haare, Leute, Männer, Papiertagebuch, rouge, Schaukelstuhl, sortieren, Tagebuch, Träume, unterwegs
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Ich weiß, ich bin überhaupt nie mehr im Internet. Umso erstaunlicher, daß diese Seite dennoch täglich angeklickt wird. In gewisser Weise widerfährt mir im Moment eine Menge Blogbares. Aber das wäre jetzt zu viel auf einmal zu beschreiben. Immerhin war ich jetzt das erste Mal in diesem Jahr (glaube ich) sogar zwei Tage direkt hintereinander im Netz. Ich muß dringend für einen Prof Bücher suchen, das war der Grund, aber es fühlt sich auch gar nicht schlecht an, statt zu Hause oder unterwegs wieder in der Uni zu sein. Ich habe viel gelesen in der letzten Zeit und viele Leute getroffen. Ich war viel unterwegs und hatte ziemliches Männerchaos. Und ich habe seit gestern einen neuen Schaukelstuhl! Und meine Haare werden langsam lang. Und ich habe eine neue, dunkle Brille und Rougebenutzen entdeckt. Und ich habe, völligüberraschend, bei einer Fernsehshow mitgearbeitet. Das war interessant und erhellend, aber auch deprimierend. Dafür bin ich als Zeit-Leserin und Dradio-Hörerin vermutlich zu weltfremd. Und ich war viel im Kino. Und ich bin aus einem Job geflogen, aber das habe ich, glaube ich, schon geschrieben. Sonst gibt es, grob gesagt, nicht viel. Nur im Detail. Aber um darüber zu schreiben brauche ich immer etwas Abstand. Meine beste Freundin war zur Zeit etwas verschollen, das ist nicht so schön. Und ich habe M das letzte Mal am Mittwoch gesehen, nachdem ich mit ihm seit gut einem Monat jeden Tag mindestens zwei Stunden telefoniert habe, selbst wenn wir uns gesehen haben. Er fehlt mir. Wir telefonieren erst Sonntag wieder, nach dem Tatort, der in München spielen wird. Was wird nur aus diesem verdammten Leben? Heute Nacht hatte ich zwei Albträume, im ersten bin ich durch eine wichtige Prüfung gefallen und im zweiten war ich verhaftet aus religiösen Gründen in einem Lager, im 17. Jahrhundert, während der Religionskriege – dabei hatte ich mich gestern nur eine halbe Stunde darüber mit B unterhalten, genauso gut hätte ich auch von Abtreibung oder den amerikanischen 50ern träumen können, aber nein, es war dieses Historienlager, und zugleich schien es in Indien zu liegen, hm, ich habe Slumdog Millionaire zweimal gesehen – jedenfalls liegen diese beiden Träume heute noch den ganzen Tag auf mir. Jetzt habe ich Hunger. Und gehe nach Hause. Obwohl ich fast zu müde dafür bin. Und nur einen Aufsatz für meinen Prof gefunden habe. Nächste Woche wieder – es ist schwierig, klein anzufangen, denn die Vorstellung in dem Tempo weiterzumachen ist beängstigend, aber im Vergleich zu den letzten Wochen habe ich in den letzten drei Tagen unheimlich viel geschafft: Endlich wieder emails geschrieben. Im Waschsalon gewesen, inzwischen sogar fast alle Kleider von der Leine genommen und weggeräumt, nur ein kleiner Rest ist noch feucht und hängt noch. Und gearbeitet. Und – aber das war auch in den letzten Wochen so: Zufällig Leute auf der Straße getroffen, mit ihnen geredet, aber über nichts wichtiges. Ich habe so viel mit Leuten gemacht und geredet in letzter Zeit, über Bücher und Kino und Politik, aber nie über mich. Das ist komisch. Kein Wunder eigentlich daß ich nicht blogge. Immerhin habe ich vor ein paar Tagen wieder angefangen, Tagebuch auf Papier zu führen. Aber trotzdem unheimlich, wie viel sich in der letzen Woche plötzlich ergeben hat. Davor eine Woche in der ich ununterbrochen unterwegs war und fast keine Nacht zu Hause, dafür fast jede Nacht wo anders, davor eine Woche in der ich nur zu Hause war, so daß ich schließlich dachte, es sei Freitag, es war aber schon Samstag, davor … daran kann ich mich gar nicht mehr erinnern. Eine Woche mit von allem etwas, glaube ich. Jedenfalls habe ich ungefähr sechs Bücher die Woche gelesen in den letzten Wochen. Darum war es eine gute Zeit. Und habe, eine Sensation für mich, fast gar nicht mehr Radio gehört und damit auch ein bißchen den Boden der politischen Allgemeinbildung verlassen. Was vorher immer ein Rückgrat war, ich wußte was an dem Tag geschehen und was davon wichtig war, war weg. Und die Bücher waren ja nicht weniger wichtig. Nun ja, der Hunger zieht mich hier raus, und ich höre auf mit dieser Aneinanderreihung … von …
Dabei 24. Januar 2009
Posted by echtzeitmaerchen in Tagebuch, gedacht, gelesen, geschrieben.Tags: analog, Andreas Maier, Deutschlandradio, Fadenspiel, Literaturen, Notizen, Paul Auster, Stricken, Tagebuch
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passiert soviel wichtiges in der Welt, und es gibt auch in verschiedenen Notizbüchern Notizen dazu, auch zu neuen Büchern, aber ich bin einfach zu wenig im Internet. Das ist vermutlich auch gut so. Denn so bin ich gerade richtig aus der Welt: Nur Bücher und Stricken, sicher, die Zeitung, sicher, das Radio, aber es ist schon sehr meditativ, klösterlich, nur daß das Bier fehlt, exerzizienhaft. Das ist besser ohne Netz.
Und doppelten Boden.
Aber trotzdem toll, quasi als Platzhalter hier eingefügt: Andreas Maier, F.S. Fitzgerald, Literaturen, Paul Auster und daß Clinton Außenministerin ist!
zwei rechts, zwei links 8. Dezember 2008
Posted by echtzeitmaerchen in Tagebuch, gedacht, gelebt.Tags: Advent, analog, Erinnerung, Fadenspiel, Freunde, Freundeskreis, Freundschaft, gebastelt, Kerzen, lästern, Leute, Notizbücher, Papiertagebuch, Stricken, Tagebuch, tasten, Tatort, wegschmeißen, Wollpulli
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Ich sollte Fotos machen. Das gehört sich so für ein Strick-Blog, oder? Same procedure as last year: Ich hatte Gäste, und sie haben meinen Strickkorb gesehen. Den ich seit Beendigung meines Pullis im März fest verschnürt habe.
Letztes Jahr (alter Freundeskreis) führte das dazu, daß ich Pulswärmer und Beinstulpen für den besagten alten Freundeskreis gestrickt habe. Inklusive Bestellungen. Teils mit ungefragt: Hier ich habe dir schon mal die Wolle besorgt.
Dieses Jahr (andere Leute, mit denen ich sehr vorsichtig war weil der alte Freundeskreis ja von heute auf morgen verschwand und nie mehr auf mails oder Anrufe antwortete als es mir im März so schlecht ging weil ich nicht nach Hause konnte, und inwwischen nur noch ein bißchen vorsichtig bin, weil es sich so ganz anders anfühlt und mir irgendwie immer guttut), heckten wir einen Strickkurs aus, ein paar Leute, Obst, Plätzchen, bei mir, ich dachte, es ginge vor allem um den sozialen Event, aber inzwischen gab es schon drei Treffen, A setzte sich sogar zu mir in eine Vorlesung die sie gar nicht im Stundenplan hat, damit ich ihr nebenbei Zöpfe beibringe, ich bin begeistert was die Mädels auf die Beine stellen nur mit ein paar Nadeln, und es ist alles sehr lustig. Und hat mir tolles Obst aus Großelterngärten eingebracht, die ich mit meinem Nikolausgeschenk, einem Apfelteiler, bearbeite.
Jetzt habe ich, grellorangene Mütze und Monsterhandschuhe aus derselben Wolle später, jedes einzelne Teil hundert Gramm schwer und mit Nadelstärke 10 (die Daumen sind so dick wie ein durchschnittliches Hühnerei vor dem Hormonbombardement auf Legebatterien aus deren Abeschaffung Seehofer ja ausgestiegen ist), habe ich meinen Strickkkorb wieder verschnürt und weggepackt.
Den Korbsessel, der bequem, aber riesig und auch schon ererbt war als ich ihn mit 14 bekam, habe ich weggeschmissen, zu oft bin ich an den gebrochenen Rahmenteilen hängen geblieben. Und es verbindet sich neben vielen echtzeitmaerchen-typischen Erinnerungen wie in Notizbücher schreiben, lesen, Radio hören, Musik hören, stricken, auch eine schlimme Erinnerung damit. Ich weiß nicht, ob diese schlimme Erinnerung (es ist da passiert, No zwei) die anderen aufwiegt. Aber es haben mir viele dazu geraten, ihn wegzuschmeißen. ich war etwas labil und leicht beeinflußbar in den letzten Wochen und mir nicht sicher, ob das die richtige Entscheidung war, aber jetzt genieße ich, daß das Zimmer so anders aussieht, und daß ich einen anderen Schwerpunkt setzen konnte: Auf der Trittleiter stehen vier Kerzen und daneben liegt eine Adventsanregung.
Gestern war wieder ein Sonntag nach Ritual, Messe mit A, dann Tatort im Tatortcafé, dann Sushi-Happyour, und dann habe ich A noch mit nach Hause genommen, und wir haben ewig gequatscht und sogar gelästert. Das habe ich schon ewig nicht mehr gemacht. Will sagen, etwas nicht nur nettes gesagt statt es für mich zu behalten. Mit A geht das. Mit M nicht. Glaube ich. M macht das nur, wenn sie wirklich Probleme mit jemanden hat. Nicht nur bei einem komischen Gefühl. Sie ist es auch, die N angeschleppt hat. Über die ich mit A geredet habe. Das ist alles vermutlich verwirrend, aber auch nicht wirklich vertiefbar, darum geht es auch gar nicht. Es ist nur ein vorsichtiges Rantasten, mich wieder auf einen Freundeskreis einzulassen, ich gucke wie die Leute reagieren und wie sich das anfühlt, und das ist gut (außer mit erwähnter N).
Freunde … ist das Thema dieses Herbstes/Winters, aber nicht das ganze Thema. Vertrauen trifft es mehr. Aber es geht auch um Sehnsucht.
Und da hadere ich noch.
Bilanz zwischen den Stühlen 9. Juni 2008
Posted by echtzeitmaerchen in München, Tagebuch, gedacht, gefragt, gehört, gelebt.Tags: analog, Belle & Sebastian, Bilanz, Briefe schreiben, Fragen, Freiheit, Freundschaft, Isar, Kopfweh, Lebenskozept, Maia Hirasawa, Männer, München, Nähe, Offenheit, Papiertagebuch, poney express, Raum, schwarzer Tee, Tagebuch, Vorstellungen, Weltbild
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In letzter Zeit habe ich wenig in mein gebundenes Papiertagebuch geschrieben. Die letzten vier Einträge sind nur Listen, was alles gerade gut läuft, im Fließtext oder in Spiegelsstrichen. Davor ist die Mitschrift von der Fortbildung. Es gibt natürlich einen Grund, warum ich alles aufschreiben muß, was gut ist. Weil ich mich zwischendurch gefühlt habe wie das Almühltal, gefüllt mit einem Hochwasserstand von Unglück (die Isar hat auch gerade Hochwasser und schwappt bis an den Rand wo ich immer sitze und die Füße ins Wasser hängen lasse, aber die Isar ist einfach ein sehr kleiner Fluß, zu klein für meinen Unglückvergleich). Dann kamen ein paar ruhige, gute Wochen, in denen ich mich möglichst davon fernzuhalten versucht habe, nachzudenken, damit ich nicht wieder unglücklich werde.
Und dann kam eben die letzte Woche mit Streß pur. Drei Tage lang eine Schulklasse mit seit Jahren tief verwurzeltem Konflikten, und zwar alleine, eine für mich komplett neue Situation. Und solcher Haß war für mich auch neu: „Nein, ich will nicht mit ihr reden, ich will sie verletzen, denn sie hat mich auch verletzt, und wie stehe ich denn sonst da?“ Also, die Argumentation kenne ich schon, aber daß jemand da drei Tage drauf beharrt und versucht das auch umzusetzten wenn er nicht gerade seine anderen Mitschüler verprügelt, beleidigt oder sich oder Stühle oder Flipcharts durch die Gegend wirft, das kannte ich nicht. Dieser Junge hatte eine wahnsinnige Ausstrahlung, er war sehr präsent mit seinem Haß und seinem Wunsch, alle und alles zu verletzen.
Ich hätte schon einige Ideen gehabt, damit zu arbeiten, aber dazu hätte ich einen Co-Teamer gebraucht, alleine ging es immerhin einigermaßen, es gab einige kleine Fortschritte, dafür daß sie erstaunlich viel nicht konnten, konnten sie dann doch wieder erstaunlich viel, aber diese haßerfüllte Stimme geht mir noch nach. Das wollte er wahrscheinlich auch. Er schleudert ja seinen Haß durch die Welt um zu zeigen, hey, ich bin auch noch wichtig, es geht nicht an daß es mir schlecht geht, das ist nicht gut, das muß ich zeigen.
Auf jeden Fall habe ich von Freitag Nachmittag bis Samstag früh geschlafen.
Am Samstag war Team-Tag, und das war schön. Da hat sich tatsächlich inzischen eine Gruppe zusammengewachsen, die als ganzes fast so ist wie ein Freund: Da kann ich einfach so sein wie ich bin und das ist gut so, und ich glaube, den anderen geht es auch so (zumindest denen die nicht ganz neu sind, denn die sind vermutlich noch unsicher). So viel Nähe mit JN. Ich verstehe immer noch nicht, warum dieses Gefühl seit mittlerweile anderthalb Jahren so intensiv ist, daß es mich jedes Mal aus den Socken haut, wenn ich ihn sehe. Es fühlt sich sehr gut an, und jedesmal bin ich traurig, über jede Woche in der ich ihn nicht sehe. Mittlerweile ist ziemlich viel zwischen uns klar und auch passiert, das schafft vermutlich mit diese Nähe, aber mindestens ebenso viel ist unklar. Ich habe es vermieden, mit ihm allein zu sein, obwohl er es konsequent darauf angelegt hat, ich weiß nicht, wieso. Ich bin so unsicher ihm gegenüber, nach allem was passiert ist, nach allem was ich nicht verstehe. Warum klappt es nie, daß wir uns außerhalb treffen? Trotzdem ist es wunderschön, von ihm gefragt zu werden, egal was, wie es mir geht, was ist, es ist egal, er ist dabei immer ganz nah, seine Augen sind sehr aufmerksam, und ich konnte nicht mehr sagen als: Ich habe Kopfschmerzen, ich bin total alle, die letzten Tage waren total anstrengend. Er hat dann am Ende noch seine Reisepläne fürs Wochenende umgeschmissen um mit mir zur S-Bahn zu gehen, und ich habe S, der zu einem anderen Bahnhof gehen wollte, tatsächlich noch dazu überredet, daß er doch mit uns kommt und ich nicht mit JN alleine war. Vielleicht mache ich das alles nur, damit ich mir einbilden kann, wenn ich es nicht so verhindern würde, würde etwas passieren. Trotz allem würde ich es mir sehr wünschen. Trotzdem ich dieses starke Gefühl überhaupt nicht verstehe. Mein Verstand kann es nicht verstärken, ich weiß nicht, ob das alles Sinn macht oder paßt, es ist nur dieses überwältigend starke Gefühl, und das schon so lange.
Auf der anderen Seite A macht natürlich vollständig Sinn, mein Verstand kann an alles seine Häkchen machen. Ich habe ihn gestern getroffen. Das erste Mal seit langer Zeit. Anfangs war es sehr nett und schön und ich mochte ihn wieder richtig gerne, und dann, in den letzten Minuten, bevor er in seine Tram steigen mußte, sprach er über unser Verhältnis, und diese kurzen paar Minuten haben mich total verwirrt und verletzt, nicht was er gesagt hat, sondern wie er es gesagt hat. Ich mag die Art nicht, in der er mich mag. Das ist komisch, oder? Denn ich mag ihn sehr und es ist schön, daß er mich mag, aber sein Leben scheint mir so festgefügt zu sein, ein Regelwerk, nicht von den äußeren Umständen, die sind nicht besonders stabil (das ist vielleicht die Ursache), sondern vom Konzept her, von dem was er anstrebt und gut findet, alles hat seinen Platz. Es gibt genau eine Art, Pfannkuchen zu backen. Und man braucht genau eine Pfanne in der Küche. Und es gibt genau ein Gefühl, das ein Freitagsfilm (also ein Film, den man an einem Freitag ansieht) auslösen soll. Und ich habe das Gefühl, daß ich da auch irgendwo reinpasse. Und er das alles genau so genießt.
Ich übertreibe natürlich. Er ist schon flexibel, bei vielen Dingen, aber es scheint trotzdem immer ein Nonplusultra zu geben, und wenn das erreicht ist, sagt er das auch. Über solche Vorstellungen redet er viel. Und es ist das Gefühl, das ich dabei habe, ich fühle mich nicht mehr frei, obwohl ich auch nicht besonders eingeschränkt bin, denn es paßt ja alles so wunderbar.
Ich frage mich, ob ich solche Ansätze auch habe. Ich glaube, schon. Ich habe meinen einen Tee, den ich immer trinke. Ich liebe bestimmte Kombinationen: Musik hören, Lesen, auf dem Bett, an der Isar. Meine Briefe gestalte ich recht starr (wenn auch äußerlich immer anders), aber wenn sie bestimmte Kriterien nicht erfüllen, schicke ich sie nicht ab, darunter leiden meine Freunde, an die sich unfertige Briefe in meiner Briefmappe stapeln, die noch nicht meinen Ansprüchen genügen.
Lasse ich anderen dabei genügend Raum, sie selbst zu sein, da nicht reinzupassen, nicht in meinem Lebenskonzept aufzugehen?
Berührt mich das so an JN? Es paßt nicht ins Konzept, aber es ist wirkliche Begegnung und vielleicht eben gerade deshalb?
Nein, auch meine Freunde, die in mein Lebenskonzept passen (die auch Tee mögen und Briefe und Bäume
)(so eng ist das Konzept ja nicht) (oder doch? Sind unsere Vorstellungen nicht letztlich doch immer so konkret daß sie wenig Offenheit besitzen und immer wieder zu Mißverständnissen führen weil wir uns in unserer Eingeschränktheit so sicher sind?) und die ich sehr mag.
Nun bin ich also nach diesen Tagen: Verwirrt und traurig. Und höre Poney Express, eine Mischung zwischen Maia Hirasawa und Belle and Sebastian, und zwar auf französisch. Es trägt meine Gefühle schon die letzten fünf Tage, immer weiter, habe ich das Gefühl, es ist ein wirkliches Tragen daß diese Gefühle brauchen um zu leben. Mich hat schon lange nicht mehr Musik so ins Leben entführt, in mein Leben, denn ich bin überzeugt, daß das da ist wo meine Gefühle sind.
Irgendwie 26. Juli 2007
Posted by echtzeitmaerchen in Tagebuch, gedacht, gelebt, gelesen, gesehen, im Kino.Tags: Afrika, analog, Bäume, Bilanz, Der letzte König von Schottland, Eine Welt, Eis, ernst, Europa, Freunde, Gedanken, Innenhof, Isar, Kino, kochen, Leseteppich, Licht, Macht, Menschen, nachdenken, Sommer, sortieren, Tagebuch, Weltbild
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komme ich schon sehr lange nicht zum bloggen. Nicht, daß ich so viel zu tun hätte oder daß ich nichts ins Internet käme. Nichts, daß nichts Berichtenswerte passierte.
Im Gegenteil, ich sitze viel hier im Büro, mit dem Blick in den baumbestandenen Innenhof voller gelbweißen Lichts, in einem ruhigen Institut, zwischen verschiedenen Word- und Pages- Dokumenten hin- und herklickend, und zu Hause schiebe ich mit der gleichem Ruhe aber anderem Lichteinfall all meine Mitschriften in immer wieder neue Stapel und hefte sie sortiert in Ordner, lese dabei Artikel und Aufsätze und wundere mich, wie viel mehr das alles ist als ich gedacht habe.
Zwischendurch ist Sommer. Die Isar ist sehr sauber und hat einen starken Strom, an einer Brücke reinzuspringen und sich bis zur nächsten treiben zu lassen ist wie den Nil auf einem Schiff runterzufahren, und links und rechts treibt alles an einem vorbei, oder auf einem Fließband am Flughafen zu stehen. Über der Wasseroberfläche liegt ein dicker Teppich von Mücken und Insekten und macht das ganze fast schon ländlich.
Ich koche zwei Mal am Tag, manchmal nur Beeren um sie mit Eis zu essen, meistens aber immer kompliziertere Sachen, weil es langweilig ist, etwas zweimal zu machen, und verändere immer etwas ein wenig.
Ich habe noch nie so regelmäßig gegessen wie zur Zeit.
Im Freiluftkino kam vor zwei Wochen „Der letzte König von Schottland“, ich fand den Film sehr gut, wenn ich auch zweimal nicht mehr hinschauen konnte. Eine Freundin meinte neulich am Telefon, sie fand das Ende schlecht, weil es so hollywoodartig ist, das war mir gar nicht aufgefallen. Ich fand ihn gut, weil er die Einstellung vieler Europäer zu Afrika auch heute noch recht gut trifft:
Irgendwie ist das alles nicht echt, daß die Menschen in Afrika sterben, irgendwie ist das alles ein Spiel. Und wir könnten den Afrikanern helfen, wenn die nur wollten. Ohne Ausbildung würde sich in Deutschland niemand für fähig halten, die Bundeskanzlerin zu beraten, aber in einem afrikanischen Staat wäre es verantwortungslos, wenn wir die Bitte um Beratungshilfe ablehnen würden – eine Ausbildung in Medizin muß da reichen, um einen Staat zu lenken.
Und natürlich ist es ein Film über Macht so wie ich sie kennengelernt habe: Derjenige, der sie hat, ist immer davon überzeugt, daß niemand sein Amt so gut ausfüllen kann wie er selber, und tut alles, um sich an der Macht zu erhalten, auch wenn das die Vernachlässigung oder Veruntreuung seines Amtes bedeutet.
Irgendwie: und dann sind da noch meine Gespräche mit Professoren, die Zeit haben, weil Sommer sind, und bei denen ich mich wohl fühle wie auf dem Leseteppich meiner Kindheit, und es sind Feste und Feiern, betrunkene Menschen und Freunde und ich gehe durch die Welt und setze einfach durch was ich will, ohne Umwege zur Zeit, ohne meinen Willen zu relativieren. Macht?
Es ist Sommer. Alles scheint nicht so ernst.
Und es geht mir gut. Ich werde heute noch eine sms schreiben von einer Telefonzelle aus bevor jemand in die Wüste fährt. Und es gibt ein neues Album von Billie The Vision (siehe links), ich habe es noch nicht gehört.
analog 26. Mai 2007
Posted by echtzeitmaerchen in Tagebuch, gedacht, gefragt, gereist.Tags: analog, Briefe schreiben, Fragen, Handy abgeschaltet, nachdenken, Suche, Tagebuch, Ukulele, unterwegs, Zukunft
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So langsam bin ich echt von digital auf analog umgestellt. Seit ich Festnetz habe, vermisse ich mein Handy kein bißchen. Im Internet bin ich kaum noch, nur das geplante Briefschreiben habe ich noch nicht hinbekommen, mein Schreibtisch sieht noch aus wie Sau bzw. wie ein Papierkunstwerk, erstaunlich, wie das hält!
War viel unterwegs, Zeltlager, Vorbereitung davon, Fortbildung. Fortbildung war inklusive Händchenhalten mit JN, drei Tage vorher hatte ich mich (hatte damit nichts zu tun) von Y getrennt, aber das weht noch nach.
Montag kommt meine beste Freundin, das ist gut, und ich übe viel Ukulele.
Ich will nicht mehr in die Erwachsenbildung. Und vielleicht doch an der Uni bleiben? Habe das neue Buch von meinem Prof Korrektur gelesen und fand es großartig, aber nicht weit weg von dem, was ich denke.
Ich glaube, daß ich das kann. Aber dieser ganze Verwaltungsapparat schreckt mich, die ganze Hierarchie und der Zirkus der Ämter. Großes Nachdenken, jetzt, nach dem Zeltlager, bei dem ich gemerkt habe, daß diese heile Welt der Erwachsenenbildung nix für mich ist.
naja. So ist das. Mit Mitte 20. Auf der Such nach einem Beruf. Oder schon mal einem Ziel. Wär doch auch mal was.
Uninteressantes 24. April 2007
Posted by echtzeitmaerchen in gelebt.Tags: analog, Armut, Berlin, Bilanz, Brot, Eis, essen, Frühling, Kartoffeln, Kirche, Leipzig, Leute, Märchen, Milch, Sommer, sortieren, Sudoku, Tagebuch, Tatort, Telefonieren, vermissen, Wetter
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Ohne Internet zu Hause schreibe ich tatsächlich weniger. Zudem ist auch mein Handyvertrag zum 1. April abgelaufen, und ich habe noch immer kein Festnetz. Es ist keine Katastrophe, anders als ich erwartet hatte. Aber ein paar Leute fehlen mir am Telefon, für die Gespräche an Telefonzellen nicht ausreichen. Berlin und Leipzig sind einfach zu weit weg.
In München ist inzwischen Hochsommer, so daß ein regnerischer Tag wie heute wunderschön ist. Gestern abend kündigte er sich an durch Regenklopfen an die Fensterscheibe, während das Licht warm und gelb in mein Zimmer prallte und ich Kartoffeln mit Quark aß und einen Tatort (Castorff, ein Glücksgefühl) ansah.
Ich habe für diese Woche nämlich genau noch 9, 94 Euro, erst dachte ich, das reicht nicht zum Essen, aber solange ich Quark und Schmand im Kühlschrank habe, und sogar noch tiefgefrorenes Basilikum, Mandeln und Parmesan, um ein Pesto zu machen, brauche ich gar nichts. Brot und Milch habe ich leider nicht, da ich von Donnerstag bis Freitag verreist war, aber ich habe Zwieback und Butter und Eis das Y bei mir im Kühlschrank deponiert hat und Apfelsaft … ich werde es also bis Ende dieser Woche schaffen.
Ich genieße es wahnsinnig, einen eigenen Kühlschrank zu haben, und daß die Sachen, die ich eingekauft habe, noch da sind, wenn ich sie essen will. Es macht mir Spaß, daß alles in Ordnung zu halten. Heute habe ich die Bäder geputzt, obwohl ich um halb drei ein Referat hatte. Das habe ich heute um halb 12 nach den Vorlesungen angefangen vorzubereiten. Beim Halten war ich sehr aufgeregt, aber es kam trotzdem sehr gut an und ich hatte viel mehr Rückmeldungen darauf als ich es je zu einem souveränen Referat hatte. Gerade sortiere ich Aufsätze nach Themen: Amt, Sakrament, Kirche, Einheit, das alles geht so ineinander über, daß ich mit meiner vor einem Monat angefertigten handschriftlichen Version, die ich jetzt in digitale Tabellen fasse, gar nicht mehr einverstanden bin und immer neu nachgrüble.
Dabei habe ich ja eigentlich morgen noch ein Referat. Dumm gelaufen, in beiden Hauptseminaren das Referat in der ersten Woche, und das auch noch nach einem Wochenende das ich geleitet habe.
Dafür ist es Frühling. Und es war wunderschön, meinen Vater am Donnerstag zu sehen. Wunder -, wunder -, wunderschön. Ich zehre immer noch davon. Es geht ihm besser als in all den Jahren zuvor.
Y hat den Namen meines Blogs erraten. Ich hatte ihm nur gesagt, daß er mit „E“ anfängt, und er ist selbst darauf gekommen.
Es ist verdammt toll, kein Internet zu Hause zu haben. Ich löse Sudokus …
Was bis nun geschah, nur kurz, daß ichs nicht vergesse 15. Februar 2007
Posted by echtzeitmaerchen in Tagebuch, gelebt.Tags: analog, Leben, Märchen, Papiertagebuch, Raum, Seifenoper, Suche, Tagebuch, Umzug, Was bisher geschah, zuhause
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Es ist mal wieder viel passiert. Ich bin umgezogen, ich habe angefangen auszupacken, ich habe zwei Seminare geteamt und dazwischen ein Oberseminar gehabt, auf dem ich eine Haushälterinnenstelle (!) bei einem werdenden Pfarrer angeboten bekommen habe, über die ich mich nach kurzem Überlegen und längerem Gespräch sogar sehr gefreut habe. Außerdem habe ich wieder eine Hiwi-Stelle, diesmal mit ziemlich anspruchsvoller inhaltlicher Arbeit, Zugang zum internen Netz und besserer Bezahlung. Leider mußte die Tochter meiner Vermieterin, die eigentlich ein Austauschjahr in den USA verbringt und in deren Zimmer ich wohne, zurückkommen, weil sie sich völlig besoffen hat, obwohl sie schon einmal wegen Alkoholmißbrauchs abgemahnt worden war. Und so suche ich schon wieder. Ein Zimmer. Ein Zimmer! Ein Zuhause! Einen Ort von dem ich nicht gleich wieder wegziehe!
In der kurzen Zeit, in der ich mein jetziges Zimmer für so etwas hielt, ging es mir SEHR gut, ich habe massenweise in mein neues blaubeblümtes Papierhefttagebuch geschrieben, und außerdem festgestellt, daß ich heftig verliebt bin, und den Menschen auch gar nicht weiter kennenlernen muß, um das herauszufinden, ist schon passiert, tja.
Die restliche Seifenopergeschiche um meine beste Freundin, ihren Mitbewohner (kann man sich wohl die denken, die Zusammenhänge) und mich und auch die letzten drei Liebeserklärungen spare ich mir hier, obwohl es einer Seifenoper wohl angemessen wäre, aber eben einem Märchen vielleicht nicht, und sowieso sind zu viele betroffene Personen mit dieses Blog lesenden Personen wenn auch nur weitläufig bekannt.
Gerade habe ich der einzigen meiner Freundinnen die die Person meines Herzens kennt meine Verliebtheitsgefühle „gebeichtet“, und sie hat mich sehr ernüchtert, indem sie der Person „lachende Augen“ attestiert hat – die jedem Menschen schön tun.
Bin ein wenig geknickt obwohl das Telefonat am Dienstag und das Treffen am Freitag schön waren, auch wenn ich mich immer benehme wie der letzte Horst. Oder Eumel.
Nachtrag: geschrieben auf der Zugfahrt nach Berlin am Donnerstag 29. Januar 2007
Posted by echtzeitmaerchen in Tagebuch, gedacht, gereist.Tags: analog, Angst, Entscheidungen, Handy abgeschaltet, Januar, neu, Sorgen, Tagebuch, Umzug, Zugfahren
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Ich sitze im Zug und habe das Handy abgeschaltet. Abgeschaltet. Es kann keiner mehr anrufen. Mich kann niemand erreichen. Niemand der nicht in diesem Zug ist. Und hier kennt mich niemand. Unwahrscheinlichkeiten schließe ich einfach aus. Ich habe abgesagt. Der bezahlbaren WG in Uninähe zum April. Und es ist wieder alles frei. Es ist schade. Aber es hat sich nicht gut angefühlt, jetzt eine Entscheidung zu treffen. Es ist zu früh. Es ist noch Januar. Ich werde erst zum Februar umziehen. In einen hellen Raum. Ich werde langsam sein. Ich werde langsam leben. Ich werde fühlen, was paßt. Keine überstürzten Entscheidungen treffen, nicht unter Druck handeln, sondern ruhig, überlegt, ich. Erst einmal Pause. Ruhe. Sonnenschein. Frühling. Zeit am Rosenheimer Platz. Ich habe Angst, eine falsche Entscheidung getroffen zu haben. Und jetzt dafür bestraft zu werden. Und wenn es eine falsche Entscheidung war … dann … ist es jetzt so. Und alles ist offen. Neue Angst. Neues Wegschieben. Erst einmal entspannen wollen. Und die Sorge um den Juni wegschieben. Ich wollte es nicht. Ich habe abgesagt. Aber ich vertraue mir nicht. Zum Glück so sehr, daß ich abgesagt habe. Es wäre nicht gut gewesen. Aber ich möchte mir wieder vertrauen. Und mich mögen. Aufhören mich zu hassen. Mich nur von außen zu sehen. Mich wieder von innen sehen. Und durch mich hindurch die Welt. Nicht durch andere hindurch mich.
Ich habe das Handy ausgeschaltet. Ich treffe die Entscheidungen, dich ich treffe. Nicht die jemand anders gut für mich findet. Ich will allein sein.